Montag, 10. Juni 2013

Vexierkapelle


Schön in Franken ist, dass es immer nur kurze Entfernungen sind, bis die Welt jeweils eine andere ist. Von weitem leuchten die weißen Mauern der kleinen Vexierkapelle im Grün auf dem Berg kurz hinter Forchheim auf dem Reifenberg bei Weilersbach. Der Weg durch das Dorf ist eng, trotzdem bleibt die Katze auf der Straße einfach sitzen: Ist ja schließlich ihr Revier. Da hilft nur langsam fahren. 
Der Parkplatz nah an dem Kirchlein ist der Fußweg dorthin nur kurz. 
Der Blick aufs Walberla lässt den  Alltag in weiter Ferne dösen. Eine Frau kommt um die Kapellenecke, grüßt, klinkt an der Tür. Leider zu. Zwei Jungs schlurfen ums Eck, lümmeln sich barfuß ins Gras, drehen Zigaretten und schwätzen. Hier oben ist die Zeit einfach langsamer. Was kümmert mich der hektische Rest da unten? Auf einem Zettel steht, wann das nächste Paar in der kleinen Kirche den heiligen Bund der Ehe schließt: Der heilige Nikolaus ist Schutzpatron der Vexierkapelle - der Sage nach schenkte er drei armen Mädchen die Mitgift, so dass sie heiraten konnten. Ob das noch nötig ist?